Monatsarchiv: Januar 2009

Lehren als Lernbehinderung?

Durch die Diskussionen um LdL angeregt, haben mich grundsätzliche Gedankengänge zum Thema Lernen und Lehren bewegt:

Das „Problem“ des Lernens und Lehrens hat für mich besonders prägnant Klaus Holzkamp formuliert. Bereits 1991 veröffentlicht wurde der Aufsatz „Lehren als Lernbehinderung“

Hier weisst Holzkamp unter anderem auf, dass das Lehren und Lernen eine (schul-) strukturelles Problem ist und das die Institution Schule mit ihren Kontrollmechanismen per se schon Widerstände bei den Lernenden erzeugt.

Diese Widerständigkeit gilt es meines Erachtens als Lehrperson wahr- und ernstzunehmen. Die Reflektion dieser Widerständigkeit und das Nachdenken über die eigene Bildungssozialisation kann dann zu einem anderen Lehrverhalten führen.

Dynamisches Geometriesystem als Werkzeug

Im Rahmen von diversen Gedankengängen für meine Promotion dreht sich momentan Einiges um die kulturhistorische Theorie. Eine zentrale Annahme darin ist, dass sich die Gesellschaft  ihre jeweiligen Verhaltensmuster mithilfe der Instrumente oder Werkzeuge der materiellen Welt formt. Also frage ich mich,  wie sich der Einsatz von spezifischen Computerprogrammen als Artefakte der Kultur auf die onto- und phylogenetische Entwicklung auswirken.

Ist ein dynamisches Geometriesystem im Sinne der kulturhistorischen Theorie ein Werkzeug?

Egal was ich recherchiere, google, oder lese, eine Antwort auf die o.g. Frage finde ich bisher nicht:

Das Buch „Lerntätigkeit-Lenrnen aus kultur-historischer Perspektive“ liefert einen selten dagewesenen guten Überblick über die kulturhistorische Theorie und gibt Anregungen für ein neues Verstäniss von Lehren und Lernen. Der Bereich Computer und „neue Medien“ wird allerdings 2006 nur am Rande bearbeitet.

Die Arbeit von Katja Manski „Lernen im Medienumbruch“ geht u.a. kritisch mit gängigen Medientheorien um. Besonders gut gefällt mir die duale Sicht auf  Medien sowohl als „Technisches Substrat“ wie auch als „Bedeutungsgenerierende Instanz“.

Andere Arbeiten befassen sich mit CSCL-computer supported collaborative learning. Michael Klebl, der an der Fernuni Hagen eine Juniorprofessur hat, betont in seiner Antritssvorlesung 2006 zwar sehr gut den in der  kulturhistorischen Schule zentralen Begriff der Tätigkeit, beantwortet aber meine Frage auch nicht.